ur-


ur-
ur- [u:ɐ̯] <adjektivisches Präfix>:
1.
a) (emotional verstärkend) kennzeichnet den hohen Grad des im Basiswort Genannten; sehr, ganz, äußerst:
Syn.: erz- (emotional verstärkend, meist in negativer Bedeutung), grund- (emotional verstärkend), hoch-.
b) durch und durch:
/in Bezug auf Ursprünglichkeit, Eigenart/ uramerikanisch; urdeutsch.
2. kennzeichnet das im Basiswort Genannte als etwas, was der Ausgangspunkt, die Grundlage ist, als weit zurückliegend, am Anfang liegend, ursprünglich: urchristlich; urverwandt.

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ur-, Ur-, vor Konsonanten Ure-, Uri-, Uro- [griech. oũron u. lat. urina = Harn u. davon abgeleitet nlat. Urea = Harnstoff u. Acidum uricum = Harnsäure]: Bestimmungswort von Zus.:
1) mit der Bed. »im Harn vorkommend, Harn betreffend« (z. B. Urokinase, Urämie, vgl. -urie);
2) mit der Bed. »Harnstoff« (z. B. Urease, Urethan);
3) mit der Bed. »Harnsäure« (z. B. Urate, Barbitursäure, Violursäure, Thiuram, vgl. Urik-).

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ur-, Ur- [mhd., ahd. ur-, urspr. = (her)aus]:
1. (verstärkend) drückt in Bildungen mit Adjektiven eine Verstärkung aus
a) sehr:
uralt, urgemütlich, urgesund;
b) von Grund auf, durch und durch:
uramerikanisch, urgesund.
2.
a) kennzeichnet in Bildungen mit Substantiven – seltener mit Adjektiven – jmdn. oder etw. als Ausgangspunkt, als weit zurückliegend, am Anfang liegend:
Urerlebnis, Urgruppe;
b) kennzeichnet in Bildungen mit Substantiven etw. als das Erste:
Uraufführung, Urdruck.
3. kennzeichnet in Bildungen mit Verwandtschaftsbezeichnungen die Zugehörigkeit zur jeweils nächsten bzw. vorherigen Generation:
Urenkel, Ururoma.

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ur-, Ur- [mhd., ahd. ur-, urspr. = (her)aus]: 1. (verstärkend) drückt in Bildungen mit Adjektiven eine Verstärkung aus: a) sehr: uralt, urgemütlich, urgesund; b) von Grund auf, durch und durch: uramerikanisch, urgesund. 2. a) kennzeichnet in Bildungen mit Substantiven - seltener mit Adjektiven - jmdn. oder etw. als Ausgangspunkt, als weit zurückliegend, am Anfang liegend: Urerlebnis, Urgruppe; urchristlich; b) kennzeichnet in Bildungen mit Substantiven etw. als das Erste: Uraufführung, Urdruck. 3. kennzeichnet in Bildungen mit Substantiven (Personenbezeichnungen, die ein Verwandtschaftsverhältnis ausdrücken) den Verwandtschaftsgrad: Urenkel, Ururoma.

Universal-Lexikon. 2012.